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21. Januar 2002
 

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Was nun, MRA?

 
Im Dezember 2001 lief die 3-jährige Übergangsfrist ("transition period") des MRA-Abkommens der EG mit den USA aus. In dieser Zeit sollte die Gleichwertigkeit der Inspektions-Systeme bestätigt werden, um auf gegenseitige Inspektionen anschließend verzichten zu können. Während die Einschätzung der EG hinsichtlich des amerikanischen Systems nahezu abgeschlossen ist, hat die FDA erst einen EG-Mitgliedsstaat, nämlich Großbritannien, bewertet.

Somit wird die Übergangsphase verlängert werden müssen.

Laut der europäischen Zulassungsbehörde EMEA ist dafür noch ein Plan über das weiter Vorgehen nötig, um eine Verlängerung in Betracht ziehen zu können. Zumal die EG auch ein Zusage der FDA fordert, dass die Bewertung aller EG-Staaten dann auch wirklich in der verlängerten Übergangsfrist abgeschlossen ist. Die FDA zögert hier noch, da MRA nur entsprechend der intern verfügbaren Ressourcen bearbeitet wird, wie Joseph C. Famulare vom Office of Compliance, CDER sagte.

Die USA haben schon im Jahre 2000 die Reihenfolge der Bewertung der weiteren EG-Staaten veröffentlicht:

  • Irland
  • Deutschland
  • Spanien
  • Dänemark
  • Schweden
  • Finnland
  • Italien
  • Frankreich
  • Belgien
  • Österreich
  • Griechenland
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Portugal

Laut Famulare, sind Hauptgründe für das schleppende Verfahren Übersetzungsprobleme und Ressourcenmängel. Famulare äußerte, dass das "paper review" der EG-Staaten sich monatelang verzögerte, da die meisten Länder Ihre Dokumente in der Landessprache einreichten. Die USA sandten die Dokumente daraufhin zurück zur EG-Kommission mit der Bitte um Übersetzung, da sie nicht in der Lage waren die Dokumente selbst zu übersetzen. Die EG Kommission sicherte dann die Übersetzung zumindest bestimmter Dokumente zu. Famulare sagte, dass erst nach dem vollständigen "paper review" mit gemeinsamen Audits zur Bestätigung der Inspektionspraxis begonnen werden sollen.

Auf den Vorschlag der FDA einer "rolling implementation", also einer schrittweisen Anerkennung einzelner EG-Staaten nach der Bewertung durch die USA, reagierten die Europäer zurückhaltend, da es dem einheitlichen europäischen Gedanken widerspräche.

Daraufhin hat die FDA einen interessanten Vorschlag zur Beschleunigung gemacht, einen "interim step". Noch während der Übergangsphase sollen die beteiligten Staaten schon Inspektionsberichte austauschen. Anhand dieser Inspektionsberichte könne die FDA dann entscheiden ggf. keine Inspektoren in die einzelnen Länder zu Joint Audits zu senden. Dies scheint auch für die Europäer annehmbar zu sein.

Weitere Probleme könnte die Erweiterung der EU nach Osteuropa mit sich bringen. Wie will die FDA mit den neuen Mitgliedern umgehen?

Das aktuell schon laufende "rapid alarm system" soll noch erweitert werden. Leider treten auch hierbei Problemen auf. Die FDA wünschte sich eine Erweiterung der schon bestehenden SOPs, die den Austausch von "field alert reports" ermöglicht. Dies möchten die Europäer erst nach Abschluss der Übergangsphase (transition period") angehen. Schon die zur Zeit gültigen SOPs waren äußerst schwierig innerhalb der EG abzustimmen gewesen.

Zur Zeit ist auch noch die Bestätigung über den Umgang mit vertraulichen, kommerziellen Informationen seitens der EG anhängig.

Ein neuer Aspekt hinsichtlich des MRA-Abkommens sind die kritischen Äußerungen der US-amerikanischen Industrie. Diese fürchtet, dass das Fehlen von FDA-Inspektionen in Europa mit dem Ende der Übergangsfrist, zu Ungerechtigkeiten in den Inspektionsfolgemaßnahmen führen könnte. Zum Teil wird sogar befürchtet, dass sich weniger Pharmafirmen in den USA ansiedeln könnten.

Auch die ehemalige Leiterin des Office of Compliance, Stephanie Gray, warnte vor Ungleichgewichten in der "Inspektionsschärfe" innerhalb und außerhalb den USA.

Fast in Vergessenheit geraten ist das MRA-Abkommen zwischen der EG und Kanada, das ebenfalls Ende 1998 in Kraft trat, allerdings nur eine 18-monatige Übergangsfrist vorsah. Die "operational phase" müsste eigentlich schon lange begonnen haben. Aber auch hier ist der Beginn auf Ende 2002 verschoben worden.

Ein MRA-Abkommen zwischen der EG und der Schweiz soll Mitte 2002 ratifiziert werden.

Quellen: Gold Sheet, October 2001
www.emea.eu.int (Hier finden Sie auch weitere Details zu MRA-Abkommen der EG mit Australien, Neuseeland und Japan)

Wir müssen also weiterhin mit FDA-Inspektionen rechnen falls in die USA exportiert wird. Um Sie auf die speziellen FDA-Anforderungen vorzubereiten bieten wir folgende Veranstaltungen an:
 

Nr. Datum Veranstaltung Ort
283
26./27. Februar 2002GMP-/FDA-gerechte Dokumentation in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle (D 4)Weinheim
280
27./28. Februar 200221 Cfr Part 11 Konferenz - Electronic Records / Electronic SignaturesMannheim
284
6./7. März 2002Successful HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated EnvironmentBerlin
326
11.-13. März 2002FDA-Compliant Water Systems - Pharmaceutical Engineering Special -Kopenhagen, Dänemark
300
14. März 2002GMP-/FDA-Anforderungen an SPS in der Pharma-Industrie: Grundlagen, 21 CFR Part 11 Relevanz und Validierung (CV 3)Darmstadt
297
21. März 2002FDA- und EG-GMP-gerechter Umgang mit Rohdaten und ArchivierungMannheim
318
9.-11. April 2002GMP-/FDA-gerechte Planung eines Isolators (PT 13)Darmstadt
327
16. April 2002Electronic Signatures/ Electronic Records (CV 2)Mannheim
314
17./19. April 20023-Tage-Intensivseminar: GMP-/FDA-Compliance in der QualitätskontrolleLadenburg
304
17./18. April 2002FDA-/GMP-Anforderungen an die aseptische Verfahrensvalidierung: Media Fill / NährmedienabfüllungHeidelberg
319
18./19. April 2002GMP-/FDA-Anforderungen an das Anlagendesign (PT 15)Weinheim
331
23./24. April 2002GMP-/FDA-gerechte Planung und Qualifizierung - Haustechnik / Versorgungstechnik mit Workshops (PT 10)Weinheim
256
24.-26. April 2002ICH Q7a and FDA Compliance for Active Pharmaceutical IngredientsBerlin
325
14.-16. Mai 2002GMP-/FDA-gerechte Konstruktion und Planung von Anlagen (PT 14)Darmstadt
293
3./4. September 2002GMP-/FDA-gerechte Dokumentation in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle (D 4)Heidelberg

 
Autor: 
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG