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10.05.2010


Warum gibt es immer mehr schwerwiegende GMP-Mängel auf Basis von Inspektionen?

Der Trend ist eindeutig. Die Zahl der bei Inspektionen identifizierten schwerwiegenden GMP-Abweichungen nimmt zu. Das zeigt sich auch bei der Analyse der FDA Warning Letter. Auch in Europa führen schwerwiegende GMP-Abweichungen immer häufiger zu Konsequenzen. So hat z.B. das EDQM gleich einer ganzen Reihe von Firmen das Certification of Suitability (CEP) nach GMP-Inspektionen aberkannt.

Aber woran liegt das? Sind die Firmen wirklich "schlechter" geworden? Ein Blick in die Daten gibt mehr Aufschluss. Drei wichtige Parameter haben sich verändert.

Erstens: Die Anzahl der Inspektionen ist deutlich angestiegen. So hat z.B. die FDA die Anzahl der Inspektoren erheblich erhöht. Auch Joint Inspektionen wie das aktuelle Pilot Programm der FDA, EMA und TGA erhöhen die Anzahl der inspizierten Betriebe erheblich

Zweitens: Risikobasierte Inspektionspläne, die heute in fast allen Behörden etabliert sind, haben dazu geführt, dass viele Betriebe inspiziert werden, die z.B. aufgrund der großen Entfernung früher kaum oder gar nicht überwacht wurden. Allen voran Wirkstoffhersteller in Asien

Drittens: Schwerwiegende Mängel werden konsequenter sanktioniert. Die FDA hat z.B. erkannt, dass es in der Vergangenheit Fälle gegeben hat, wo selbst nach der Veröffentlichung eines Warning Letters, weitere "follow-up" Maßnahmen unterblieben sind. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang die Aussage eines FDA Offiziellen, der zu der laxen Handhabung von Warning Letters sagte: "We no longer intend to just send them like we send Christmas cards." Auch in Europa wird immer konsequenter gehandelt. Aktuell z.B. durch einen Rückruf, den die EMA (ehemals EMEA) aufgrund von GMP-Problemen bei einem API-Hersteller angeordnet hat. Auch die Aberkennung von CEPs führt zu zeitnahen Konsequenzen, nicht nur für den Wirkstoffhersteller, sondern auch für die Firmen, die die Wirkstoffe für ihre Fertigarzneimittel einsetzen.

Die weitere Entwicklung ist vorgezeichnet. Sowohl die FDA also auch die EU haben konkrete Pläne, Pharma-Hersteller für die gesamte Wertschöpfungskette in die Verantwortung zu nehmen. Ohne ein umfassendes und gut funktionierendes System zur Kontrolle der in vielen Unternehmen komplexen Supply Chain wird die Anzahl der Beanstandungen bei Inspektionen weiter steigen. 

Autor:
Oliver Schmidt
CONCEPT HEIDELBERG

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