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25.05.2010


Warning Letter-Auswertung zum Thema Prozessvalidierung

Im Warning Letter Report 2009 wurde eine Übersicht über die häufigsten GMP "Findings" (Mängel)  der FDA im Fiskaljahr 2009 vorgestellt. Das Thema Prozessvalidierung wurde dabei nicht gesondert betrachtet, da es nicht eigenständig in den cGMP-Regeln (21 CFR 210/211) aufgeführt ist. Nachfolgend finden Sie eine Auswertung aus den Warning Letters 2009 zu GMP-Mängeln bei der Prozessvalidierung.

Unter den im Jahr 2009 kritisierten Mängeln finden sich auch solche "Klassiker" wie "keine Validierung" durchgeführt" (4x) oder auch keine Validierungspläne bzw. Vorgaben zur Validierung selbst vorhanden (3x). 

Weitere Mängel sind: Fehlende Identifizierung von Prozessparametern (3x).  Ebenfalls dreimal wurden kritische Parameter (z. B. Mischzeit, Tablettierung, maximale Maschinengeschwindigkeit) nicht validiert.

Explizit dreimal wird in den Warning Letters darauf hingewiesen, dass das Produkt konsistent und reproduzierbar von "batch to batch" sein muss. Einmal wird sogar auf die Notwendigkeit einer "additional "periodic process verification" hingewiesen. Das geht schon sehr in Richtung des Lebenszyklusmodells, wie im neuen FDA Draft zur Prozessvalidierung aufgeführt.

Einmal wurde die Verwendung eines "allgemeinen Validierungsplans" für alle Prozesse kritisiert. Hier forderte die FDA spezifische Validierungen für jedes Produkt und jeden Prozess. Ebenfalls einmalig war die Kritik an einem willkürlichen Probezugplan, einer fehlenden Rationale für die Anzahl der PQ-Läufe, einer fehlende Rationale zum Datenvergleich zwischen Daten aus alten und neuen PQ-Läufen, einer nicht eingehaltenen SOP mit der Forderung nach  "maintaining the process in state of control", eine fehlende "Root cause analysis" als Vorgabe im Validierungsplan zur Bewertung von unzureichenden Ergebnissen. Eher schon eine Folge einer mangelhaft umgesetzten Validierung ist die Kritik an nicht ausreichenden Prozesskontrollen.

Interessant sind auch die kritisierten Mängel zum Thema Change Control (3x ), einmal bezogen auf mangelnde Stabilitätsprüfungen nach Prozessänderungen, die anderen Male fehlte eine Bewertung oder wissenschaftliche Rationale bzgl. den Auswirkungen der Änderungen auf den Prozess.

Ebenfalls bemängelt wurde eine fehlende Reinigungsvalidierung, wie auch ein unzureichender Media Fill (fehlende Rationale für das Volumen, fehlende Benetzung der gesamten produktberührenden Maschinenoberfläche).

Fazit: Die Findings zum Thema Prozessvalidierung werden "moderner". Nicht nur fehlende oder unzureichende Validierungen werden bemängelt, sondern mittlerweile auch dezidiert fehlende Risikoanalysen und Rationalen bei Prozessänderungen. Ausdrücklich wird auf die Prozess-Konsistenz und -Reproduzierbarkeit von der FDA hingewiesen und zwar von Charge zu Charge. Selbst moderne Forderungen nach einer  "periodic process verification" sind kein Tabu mehr.

Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG

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