Nachdem im letzten Jahr von der PIC/S der Draft zu dieser Empfehlung
veröffentlicht und zur Diskussion gestellt wurde (GMP News
vom 7.9.2001),
wurde am 24. Juni 2002 die endgültige Fassung veröffentlicht. Die
Empfehlung trat zum 1. Juli 2002 in Kraft.
Wie alle PIC/S Dokumente richtet sich auch dieses Dokument an die
Inspektoren der Überwachungsbehörden. Das Dokument ist aber als Stand
von Wissen und Technik auch für die Pharmaindustrie von großem
Interessen, zeigt es doch möglich Fragestellungen bei zukünftige
Behördeninspektionen.
Auf die Historie des Dokuments wurde in der GMP News
vom 7.9.2001 eingegangen. Gegenüber dem Draft hat sich der grundsätzliche Aufbau des
Dokuments nicht geändert (8 Kapitel auf 6 Seiten mit grundlegenden
Anforderungen; 14 Seiten Appendix mit detailliierten Ausführungen).
Einzelne Kapitel wurden aber abgeändert oder erweitert; nachfolgende
sollen hier einige Unterschiede gegenüber dem Draft vorgestellt werden:
- es wird detaillierter auf Anforderungen an Isolatoren für die
Sterilitätsprüfung eingegangen; im Gegensatz zu Produktionsisolatoren
wird hier als Hintergrund nicht Reinraumklasse D gefordert, sondern nur
ein kontrollierter, aber nicht notwendigerweise klassifizierter Raum
- es wird verstärkt der Begriff "sporocidial process" und
daraus folgende Anforderungen verwendet; eine 6-Log Reduktion ist nicht
definiert, wird aber als aktueller Stand der Technik betrachtet
- die Wichtigkeit der Wartung/Instandhaltung wird verstärkt betont
(maintenance program) – u.a. bei Handschuhen und Gasgeneratoren
- Die Sterilisation der Kühlzone am Ende des Heißlufttunnel wird als
kritisch gesehen
- Es wird ein Programm zur Minimierung des Risikos des
Integritätsverlustes von Handschuhen, Ärmeln und Anzügen erwartet
- Gegenüber dem Draft wird nur noch ein Differenzdruck von 10 Pascal
(Draft 15 Pascal) empfohlen
- Das zu sterilisierende Material soll identifiziert und die Begründung
dafür dokumentiert werden.
- Nach der Überprüfung der HEPA-Filter mit dispergierten Öl sollte der
erste Begasungslauf als "Neutralisation" durchgeführt werden
- Wenn durch Studien nachgewiesen ist, dass die Letalität der
Bioindikatoren auf dem Trägermaterial vergleichbar mit der Letalität auf
dem zu sterilisierenden Material ist, müssen keine In-house Studien
durchgeführt werden
- Generell werden gegenüber dem Draft detailliertere Vorgaben für den
Einsatz von Bioindikatoren gemacht
Speziell zum Thema Isolatortechnik organisieren wir:
Weitere Veranstaltungen in diesem Themengebiet:
Die Empfehlung kann über den folgenden
Link downgeloadet
werden.
Autor:
Dr. Andreas Mangel