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28. Oktober 2002
 

Erste Analyse des neuen Drafts der FDA
zu "Aseptic Processing"

 
Schon seit vielen Jahren hat die Pharmazeutische Industrie auf die neuen FDA "Guideline On Sterile Drug Products Produced By Aseptic Processing" gewartet. Zwischenzeitlich kursierte seit 1998 eine nicht autorisierte Version durch die Pharmaindustrie.

Seit Ende September 2002 hat die FDA jetzt ein offizielles Preliminary Concept Paper "Sterile Drug Products Produced By Aseptic Processing" als Draft veröffentlicht und zur Diskussion gestellt.

Das Dokument ist in 12 Kapitel untergliedert:

  1. Introduction
  2. Background
  3. Scope
  4. Buildings and Facilities
  5. Personnel Training, Qualification, & Monitoring
  6. Components And Container/Closures
  7. Endotoxin Control
  8. Time Limitations
  9. Process Validation and Equipment Qualification
  10. Laboratory Controls
  11. Sterility Testing
  12. Batch Record Review: Process Control Documentation

Zusätzlich sind 3 Appendices

  1. Aseptic Processing Isolators
  2. Blow-Fill-Seal Technology
  3. Processing Prior To Filling/Sealing Operations

und die Punkte References, Relevant Guidance Documents und Draft Glossery vorhanden.

Insgesamt kann man sagen, dass die FDA gegenüber der jetzt gültigen Guideline aktuelle Themen und Diskussionsschwerpunkte der aseptischen Fertigung aufgenommen hat. Schwerpunkt der Guideline sind dabei die Kapitel "Process Validation" und "Laboratory Controls" mit dem Unterkapitel "Environmental Monitoring". Ebenso haben jetzt die Isolator- und Blow-Fill-Seal-Technology in der Guideline ihren Platz gefunden.

Als Beispiel hier einige Anmerkungen zum "Environmental Monitoring". Insgesamt wird dem "Environmental Monitoring"- Programm eine zentrale Rolle zugewiesen. Monitoringdaten sollen sowohl als Qualitätsinformationen der Charge als auch als Trendtaten für die Produktionsumgebung dienen.

Das Kapitel ist in die folgenden 4 Unterkapitel untergliedert:

  • Allgemeine Vorgaben
  • Limits und Trend-Programm
  • Wirksamkeit der Sanitisierung
  • Monitoringmethoden

In den allgemeinen Vorgaben sollen die Punkte – Probenort, Probenfrequenz, Zeitpunkt der Probenahme, Dauer der Probenahme, Probenumfang, Probenahmetechniken und –geräte, Alarm- und Aktionsgrenzen und Umgang mit Abweichungen – geregelt werden.

Bei Limite und Trend-Programm wird dem Einzelereignis großer Wert beigemessen. Die Bildung von Mittelwerten wird kritisch gesehen. Trendbildungen sollen in ein Kurzzeit- und Langzeittrending unterteilt sein. Auf Überschreitungen von Alarm- und Aktionsgrenzen muss reagiert werden. Bei Nachweis "atypischer Mikroorganismen" (welche?) werden zusätzliche Untersuchungen verlangt. Das verantwortliche Management muss regelmäßig zu Trends und durchgeführten Untersuchungen informiert werden.

Bei der Sanitisierung wird verlangt, dass bei Desinfektionsmitteln die Wirksamkeit gegenüber Sporen nachgewiesen ist und diese Mittel auch regelmäßig angewendet werden. Ebenso wird verlangt, dass die Effizienz der Sanitisierung regelmäßig im Rahmen des Monitoringprogramms nachgewiesen wird.

Bei den Monitoringmethoden werden das Oberflächenmonitoring und das "Aktive und passive Luftmonitoring" angegeben. Bei dem passiven Monitoring mittels Petrischalen wird der Nachweis der Wirksamkeit des Verfahrens gefordert (Welchen Effekt hat die Austrockung der Platten auf die Wiederfindungsrate für Mikroorganismen).

Sicher schießen einige der vorgestellten Forderungen, insbesondere im Kapitel "Environmental Monitoring" (weit) über das Ziel hinaus und sorgen auch für Verunsicherung. Auch deshalb sollte die Pharmaindustrie diesen Entwurf als Diskussionsgrundlage ernst nehmen und sich aktiv an der jetzt beginnenden Diskussion beteiligen.

Concept Heidelberg und namhafte europäische Referenten stellen in den beiden Veranstaltungen

European Aseptic Conference 2002 am 26./27. November in Barcelona

und

Aseptik Konferenz 2003 am 18./19. Februar in Heidelberg

den Entwurf der Guideline "Sterile Drug Products Produced by Aseptic Processing" der Fachöffentlichkeit vor und bieten interessierten Teilnehmern aus der Pharmaindustrie und Lieferanten in den Veranstaltungen ein Forum zur Diskussion der vorgestellten Forderungen.

Autor:
Dr. Andreas Mangel

CONCEPT HEIDELBERG