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GMP-News Nr. 27
31. März 1999

Neue Wassermonographien des europäischen Arzneibuchs ab 1.7.99

Ab dem 1.7.1999 werden im Rahmen des europäischen Arzneibuches die Monographien für „Wasser für Injektionszwecke" und „Gereinigtes Wasser" aktualisiert. Wie schon in der USP 23 werden neue Anforderungen an die Wasserqualität gestellt und alte Anforderungen zum Teil gestrichen.

Welche Änderungen haben sich ergeben? Nachfolgend werden die wichtigsten Änderungen kurz zusammengefaßt. 

Gereinigtes Wasser - Aqua purificata
Gereinigtes Wasser wird unterteilt in „Gereinigtes Wasser in Großgebinden" und „Gereinigtes Wasser in Behältnissen".

Gegenüber der letzten Monographie sind einige Anforderungen neu hinzugekommen: 

  • Kontrolle und Monitoring der Keimzahl durch geeignete Messungen während der Produktion und Lagerung
  • Geeignete Alarm- und Aktionsgrenzen um ungünstige Trends zu erkennen; als geeignet werden 100 Mikroorganismen pro ml angesehen
  • TOC-Messung (0,5 mg/l) oder alternativ der Test auf oxidierbare Substanzen
  • Leitfähigkeit (bei 20oC nicht mehr als 4,3 µS x cm-1)


Zusätzlich werden die Überprüfung auf Nitrat, Schwermetalle, Aluminium und Bakterienendotoxine gefordert.

Bei „Gereinigtes Wasser in Behältnisse" werden zusätzlich folgende Tests gefordert:

  • pH-Wert
  • Oxidierbare Substanzen
  • Chlorid
  • Sulfat
  • Ammonium
  • Calcium und Magnesium
  • Verdampfungsrückstand
  • Mikrobielle Verunreinigungen


Wasser für Injektionszwecke - Aqua ad iniectabilia

Wie bisher wird „Wasser für Injektionszwecke" in Wasser für „Injektionszwecke in Großgebinden" und „Sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke" unterteilt.

Bei „Sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke" entspricht die Monographie im wesentlichen der bisherigen Monographie. Neu hinzugekommen ist die Bestimmung der Leitfähigkeit. Dabei wird bei einem Nominalvolumen kleiner 10 ml eine maximale Leitfähigkeit nicht größer als
25 µS X cm-1
, bei einem Nominalvolumen größer 10 ml eine maximale Leitfähigkeit nicht größer als 5 µS x cm-1 verlangt.

Bei „Sterilisiertem Wasser für Großgebinde" sind ähnlich wie bei „Gereinigtem Wasser für Großgebinde" folgende Änderungen eingetreten: 

  • Kontrolle und Monitoring der Keimzahl durch geeignete Messungen während der Produktion und Lagerung
  • Geeignete Alarm- und Aktionsgrenzen um ungünstige Trends zu erkennen; als geeignet werden 10 Mikro- organismen pro 100 ml angesehen, bestimmt durch Membranfiltration von wenigstens 200 ml „Wasser für Injektionszwecke". Daneben können bei aseptischem Arbeiten noch strengere Alarm- und Aktionsgrenzen angemessen sein.
  • TOC-Messung (0,5 mg/l) oder alternativ der Test auf oxidierbare Substanzen
  • Leitfähigkeit (bei 20oC nicht mehr als 1,1 µS x cm-1)
  • Um die angemessene Wasserqualität sicherzustellen. müssen validierte Verfahren und ein in-Prozeß-Monitoring der Leitfähigkeit sowie ein regelmäßiges mikrobiologisches Monitoring angewendet werden.

Die übrigen Tests entsprechen der Monographie „Gereinigtes Wasser".

Weitere aktuelle Informationen zu Anforderungen an pharmazeutisches Wasser sowohl der europäischen als auch amerikanischen Regelwerke sowie die technische Umsetzung dieser Anforderungen erhalten Sie auf dem Symposion „GMP-/FDA konforme Wassersysteme" am 8./9. Juni in Mannheim.

 

Autor: Dr. Andreas Mangel, CONCEPT HEIDELBERG
- Projektleiter-