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Wassermonographien des europäischen Arzneibuchs ab 1.7.99 Ab dem 1.7.1999 werden im Rahmen des europäischen Arzneibuches die
Monographien für Wasser für Injektionszwecke" und Gereinigtes
Wasser" aktualisiert. Wie schon in der USP 23 werden neue Anforderungen an die
Wasserqualität gestellt und alte Anforderungen zum Teil gestrichen.
Welche Änderungen haben sich ergeben? Nachfolgend werden die
wichtigsten Änderungen kurz zusammengefaßt.
Gereinigtes Wasser - Aqua
purificata
Gereinigtes Wasser wird unterteilt in
Gereinigtes Wasser in Großgebinden" und Gereinigtes Wasser in
Behältnissen".
Gegenüber der letzten Monographie sind einige Anforderungen neu
hinzugekommen:
- Kontrolle und Monitoring der Keimzahl durch geeignete Messungen
während der Produktion und Lagerung
- Geeignete Alarm- und Aktionsgrenzen um ungünstige Trends zu
erkennen; als geeignet werden 100 Mikroorganismen pro ml angesehen
- TOC-Messung (0,5 mg/l) oder alternativ der Test auf
oxidierbare Substanzen
- Leitfähigkeit (bei 20oC nicht mehr als 4,3 µS x cm-1)
Zusätzlich werden die Überprüfung auf Nitrat, Schwermetalle, Aluminium und
Bakterienendotoxine gefordert.
Bei Gereinigtes Wasser in Behältnisse" werden
zusätzlich folgende Tests gefordert:
- pH-Wert
- Oxidierbare Substanzen
- Chlorid
- Sulfat
- Ammonium
- Calcium und Magnesium
- Verdampfungsrückstand
- Mikrobielle Verunreinigungen
Wasser für Injektionszwecke - Aqua ad iniectabilia
Wie bisher wird Wasser für
Injektionszwecke" in Wasser für Injektionszwecke in Großgebinden"
und Sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke" unterteilt.
Bei Sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke"
entspricht die Monographie im wesentlichen der bisherigen Monographie. Neu hinzugekommen
ist die Bestimmung der Leitfähigkeit. Dabei wird bei einem Nominalvolumen kleiner 10 ml
eine maximale Leitfähigkeit nicht größer als
25 µS X cm-1, bei einem Nominalvolumen größer 10 ml eine maximale
Leitfähigkeit nicht größer als 5 µS x cm-1 verlangt.
Bei Sterilisiertem Wasser für Großgebinde" sind
ähnlich wie bei Gereinigtem Wasser für Großgebinde" folgende
Änderungen eingetreten:
- Kontrolle und Monitoring der Keimzahl durch geeignete Messungen
während der Produktion und Lagerung
- Geeignete Alarm- und Aktionsgrenzen um ungünstige Trends zu
erkennen; als geeignet werden 10 Mikro- organismen pro 100 ml angesehen, bestimmt
durch Membranfiltration von wenigstens 200 ml Wasser für Injektionszwecke".
Daneben können bei aseptischem Arbeiten noch strengere Alarm- und Aktionsgrenzen
angemessen sein.
- TOC-Messung (0,5 mg/l) oder alternativ der Test auf
oxidierbare Substanzen
- Leitfähigkeit (bei 20oC nicht mehr als 1,1 µS x cm-1)
- Um die angemessene Wasserqualität sicherzustellen. müssen
validierte Verfahren und ein in-Prozeß-Monitoring der Leitfähigkeit sowie ein
regelmäßiges mikrobiologisches Monitoring angewendet werden.
Die übrigen Tests entsprechen der Monographie Gereinigtes
Wasser".
Weitere aktuelle Informationen zu Anforderungen an pharmazeutisches
Wasser sowohl der europäischen als auch amerikanischen Regelwerke sowie die technische
Umsetzung dieser Anforderungen erhalten Sie auf dem Symposion GMP-/FDA konforme Wassersysteme"
am 8./9. Juni in Mannheim.
Autor: Dr. Andreas Mangel, CONCEPT
HEIDELBERG
- Projektleiter- |