Während des letzten Treffens des FDA Advisory Committee for
Pharmaceutical Science (ACPS) Manufacturing Subcommittee am 20.-21. Juli
2004 gab Frederick Razzaghi, Director of Technical Affairs, Consumer
Healthcare Products Association, eine beachtenswerte Präsentation über
die neue ICH Guideline Q9 "Risk Management".
Der Umfang dieser neuen Guideline wurde von ICH so bestimmt, dass sie
definieren soll, wie Risk Management effektiver angewendet werden kann und
durchgängig in Entscheidungen im Hinblick auf die Qualität von
Pharmazeutika, inklusive GMP Compliance, eingebunden wird, sowohl von
überwachenden Behörden als auch von der Industrie.
Nach einem kurzen Überblick über die aktuellen ICH Aktivitäten in
Bezug auf Q9 erklärte Frederick Razzaghi detailliert, was Quality Risk
Management nun wirklich bedeutet und wie es funktioniert.
Das leitende Prinzip sollte dabei sein, dass alle Aktionen im Rahmen
eines Quality Risk Management unter Berücksichtigung eines möglichen
Risikos für den Patienten betrachtet werden sollten.
Risk Management selber kann dabei in folgende Schritte unterteilt
werden: Prozess initiieren, Risiken beurteilen, kontrollieren,
kommunizieren und wiederholt überprüfen.
Eine wichtiger Hinweis zu "Prozess initiieren" war, dass man
schon in diesem Anfangsstadium definieren sollte, wie
Risikoeinschätzungen und sich daraus ergebende Folgerungen vom
Entscheidungsträger genutzt werden.
Des weiteren sollte bei allen Entscheidungen die Frage gestellt werden
"Welchen Einfluss haben die aktuellen Entscheidungen auf zukünftige
Optionen im Risk Management?". Ein Punkt, der oft vernachlässigt
wird.
Am Ende seines Berichts legte Frederick Razzaghi seinen Schwerpunkt
darauf, wie Quality Risk Management in den operativen Betrieb eingebunden
werden sollte. Dabei betont er, dass Risk Management ein Hilfsmittel ist,
dass bereits in der Entwicklung und der behördlichen Überprüfung
genutzt werden soll. Ebenso ist es ein vitaler Teil des Quality System vom
Auditwesen bis zur Kontrolle von Änderungen. Es soll zusätzlich
angewendet werden im Anlagenmanagement (z.B. bei Hygiene,
Qualifizierungen, computerisierten Systemen). Auch für
Materialmanagement, die Produktion, Qualitätskontrolle, Konfektionierung
und die Aktivitäten der überwachenden Behörden soll Risk Management
eingeführt werden. Diese umfangreiche Auflistung spiegelt den Anspruch
von ICH Q9 wider, den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels
abzudecken.
Frederick Razzaghis Vortrag ist für all diejenigen von großem Nutzen,
die über die aktuellen regulatorischen Entwicklungen zum Thema Risk
Management informiert bleiben möchten und auch für jene, die verstehen
wollen, welchen Einfluss Risk Management zukünftig auf ihre tägliche
Arbeit haben wird.
Ein zusätzlicher Vorteil ist die umfassende Liste mit Definitionen von
Begriffen, die im Rahmen von Risk Management benutzt werden. Sie hilft
sicher zu stellen, dass es einen einvernehmlichen Gebrauch dieser Begriffe
gibt.
Die Folien zu dem Vortrag von Frederick Razzaghi können Sie hier
herunterladen.