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GMP-News Nr. 68
16. September 2000

Scheitert das MRA Abkommen zwischen der EG und den USA?

 

Mit Gültigwerden des Abkommens zur Gegenseitigen Anerkennung von Inspektionen am 1. Dezember 1998 zwischen den USA und der EG wurde eine dreijährige Übergangsfrist vereinbart. In dieser Übergangsfrist soll die Bewertung der Äquivalenz von GMP in der EU und den USA erfolgen.

Während dieser Übergangsfrist sind regelmäßige Treffen vorgesehen, die deren Stand bewerten. Das letzte Treffen des Bewertungskremiums (Joint Sectorial Committee) fand Ende Juni statt.

Dabei traten sehr deutliche Unterschiede zwischen der FDA und der EU über die Tätigkeiten, die innerhalb der dreijährigen Übergangsfrist zu absolvieren sind, zu Tage.

Die Bewertung der EU Mitgliedsstaaten durch die FDA wird wohl nicht innerhalb der vereinbarten 3 Jahre erfolgen. Ein neuer Zeitplan der FDA geht davon aus, dass zum Ende der Übergangsfrist nur ein EU-Land, nämlich Großbritannien, bewertet sein wird. Die Bewertung von vier weiteren Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, soll erst zwischen Juni 2001 und Juli 2002 beginnen.

Über die Zeitschiene, mit der die restlichen EU-Mitgliedsstaaten bewertet werden sollen, machte die FDA keine Aussagen. Sie hängt von der Verfügbarkeit der Ressourcen innerhalb der FDA ab.

Das Abkommen kann aus Sicht der FDA nur bei den Staaten vollständig angewandt werden, bei denen die Bewertung auch vollständig abgeschlossen ist.

Die EU wiederum sieht das MRA-Abkommen als Gesamtpaket mit allen EU-Mitgliedsstaaten abgeschlossen. Für sie ist es deshalb inakzeptabel, dass es nur auf einige Mitgliedsländer angewandt wird.

Die EU fordert nun die Zustimmung der USA, dass die Bewertung aller EU-Mitgliedsstaaten im vereinbarten Zeitrahmen erfolgt. Sie hat dazu einen Zeitplan vorgestellt. Erfolgt die Zustimmung der USA nicht ist die termingerechte Bewertung bis zum November 2001 mehr als fraglich.

Aus dem neuen Zeitplan der FDA ist zu entnehmen, dass sie 9 Monate zur Bewertung eines EU-Mitgliedslands angesetzt hat. Bei Diskussionen zur Bewertung der Äquivalenz traten viele Detailfragen hinsichtlich den Unterschieden von GMP-Regeln und -Guidelines in den USA und der EU auf, die auf weitere Verzögerungen schließen lassen.

Das MRA-Abkommen sieht vor, dass Inspektionsberichte zwischen Behörden, die als gleichwertig anerkannt sind, ausgetauscht werden. Allerdings wurde nicht festgelegt was unter einem Inspektionsbericht zu verstehen ist und in welcher Sprache er geschrieben wird.

Die FDA besteht auf Englisch, in der EU werden diese Bericht üblicherweise in der entsprechenden Landessprache abgefasst. Hier besteht noch deutlicher Abstimmungsbedarf.

Möchten Sie sehen wie Ihr nächster GMP-Inspektionsbericht aussehen kann?

Derzeit wird ein Entwurf für ein Gemeinschaftsformat eines Inspektionsberichtes bei Inspektionen in der EU schon eingesetzt. Wir berichteten in unserer GMP News Nr. 52 bereits darüber. Das Format ist nun auch in deutsch verfügbar und kann unter    http://dg3.eudra.org/pharmacos/docs/doc99/gmpformat/gmpform_de.doc
bezogen werden

Die FDA machte deutlich, dass für Sie zum Austausch der Inspektionsberichte auch die Übergabe der gesamten Korrespondenz zwischen nationaler Behörde und inspiziertem Pharmaunternehmen gehören. Sie sichert sich weiterhin das Recht zu das inspizierte Pharmaunternehmen direkt - ohne Einwilligung der nationalen Behörde – zu kontaktieren und ggf. einen Warning Letter auszustellen sowie weitergehende Maßnahmen einzuleiten.

Aus Sicht der FDA ersetzt die Tatsache, dass eine Behörde als äquivalent anerkannt wird, nicht die eigenen US-amerikanischen Gesetze.

Zur Klärung der offenen Fragen soll nun das Joint Committee, die quasi nächst höhere Instanz, einbezogen werden.

Unabhängig vom Ausgang des MRA nehmen die Bestrebungen zur Harmonisierung von GMP-Inspektionen in Deutschland (durch die ZLG) und in Europa (durch die EMEA) zu.

Dabei wird die Compliance der Produktion mit den Angaben in den Zulassungsdossiers immer wichtiger. Auch der Ansatz der Pre-Approval Inspektionen wird als Konsequenz aus dem MRA in Europa zu diskutieren sein. 

Erfahren Sie dazu mehr aus erster Hand auf der Pharma-Konferenz
REGULATORY COMPLIANCE am 11./12. Dezember 2000 in Heidelberg

 

Quelle:www.eudra.org/emea.html

Autor: Sven Pommeranz, CONCEPT HEIDELBERG

 

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