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21 November 2000

 

Validierung - Up-date der Standards

Seit gut einem Jahr ist die 15. ergänzende Leitlinie zum EG-GMP-Leitfaden (Annex 15) als Entwurf vorhanden (s. GMP-News Nr. 54). Bis zum Frühjahr diesen Jahres konnte dieser Draft kommentiert werden.

Ein sehr fundierter Kommentar der PDA wird nachstehend erläutert:

Das Hauptaugenmerk der PDA richtet sich auf die Kompatibilität des Annex 15 mit anderen Regelwerken der ICH-Regionen (EU, USA, Japan), die das Thema Validierung ebenfalls behandeln.

Diese Kompatibilität wünscht sich die PDA ebenfalls für das vom CPMP (Committee for Proprietary Medicinal Products), dem Arzneimittelspezialitätenausschuss der europäischen Zulassungsbehörde EMEA (European Medicinal Evaluation Agency) herausgegebene Dokument „Guidance on Process Validation" (CPMP/QWP/848/96/draft).

Weiterhin wird eine stärkere Trennung zwischen Validierungsaspekten der pharmazeutischen Produktion und der Wirkstoff-Herstellung (ICH Q7a) gewünscht.

Sehr schön formuliert ist der Wunsch nach weniger Detailregulierung hinsichtlich der Prozessvalidierung („Process Validations is a dynamic discipline requiring scientific judgement").

Ferner wird kritisiert, dass der Annex 15 einen „tutorial tone" hat. Dies ist eine Folge der inhaltlichen Übernahme aus dem PIC/S Dokument PR 1/99-1. Dieses Dokument richtet sich ja in erster Linie an Inspektoren und nicht an die Industrie. Deshalb wird eine Kürzung gewünscht, um Vergleichbarkeit zu den anderen ergänzenden Leitlinien zu erreichen.

Inkonsistenzen zwischen einzelnen Begriffen innerhalb des Dokuments (Text und Definitionen) werden ebenfalls kritisiert. Als Beispiel wird die Gleichheit zwischen Performance Qualification und Process Validation erwähnt, die so nicht durchgängig in der Industrie akzeptiert wird.

Die ISPE (International Society of Pharmaceutical Engineers) hat eine neue Baseline zum Thema Qualifizierung mit dem Titel „Commissioning & Qualification Guide" zum November /Dezember 2000 angekündigt.

Dieses Dokument soll Schlüsselbegriffe definieren eine konsistente und doch flexible Interpretation hinsichtlich eines „designing, constructing, commissioning and qualifying of facilities, utilities and equipment" ermöglichen.

Es geht hier also ausdrücklich um eine Baseline, die weder eine Regularie ist noch welche ersetzen möchte!

Auch wird das Thema Prozessvalidierung innerhalb der Baseline nicht behandelt.

Die Gliederung erfolgt in 13 Kapiteln


Quelle: ISPE Comissioning & Qualification Guide

Die Philosophie ist:

  • Auf Basis eines Good Engineering Practice (GEP) ergänzt um das Commissioning und bei Bedarf erweitert um eine Qualifizierung Räumlichkeiten und Ausrüstungen einer pharmazeutischen Nutzung zuzuführen. Bei Bedarf heißt, qualifiziert wird nur dann, wenn ein direkter Einfluss auf die Produktqualität (Direct Impact) besteht.
  • Dieser „Direct Impact" sollte schon bei der Designentwicklung einkalkuliert werden, um Qualifizierungsarbeiten rechtzeitig planen zu können.
  • Unter GEP versteht die Baseline angewandt Ingenieurskunst nach dem Stand der Technik während der gesamten Projektabwicklung, um eine effektive, kostengünstige Lösung zu erhalten.
  • Als neuen Begriff führt die Baseline das „Enhanced Design Review" ein. Es wird verglichen mit der Design Qualifizierung, wie im Entwurf des Annex 15 beschrieben. Der Begriff DQ wurde ausdrücklich vermieden, um keine Verwirrung mit den Designanforderungen der FDA an die Medizinprodukte zu erzeugen.
  • Unter Commissioning versteht die Baseline eine gut organisiertes und dokumentierte Ingenieursleistung hinsichtlich des „start-up" und „turnover" von Räumlichkeiten, Systemen und Geräten. Commissioning mündet in eine sichere und funktionsgerechte Umgebung, die die Desingvorgaben erfüllt. Das Commissioning umfasst die Installation von Anlagen, Einstellarbeiten und Testläufe. Es bildet die Basis für die Installation und Operational Qualification und sollte auch in einem Plan hinterlegt sein.
  • Für die Qualifizierungsarbeiten fordert die Baseline die aktive Beteiligung der Qualitätssicherung, ein strukturiertes Vorgehen unterstützt durch eine entsprechende (umfangreiche) Dokumentation und ein Change Control System. Gestützt wird die Qualifizierung auf „Qualification Rationales".
  • Das aus der Computervaldierung schon bekannte V-Modell wird nun auch für „Direct Impact Systems" angewendet, somit wird auch die PQ integriert:


Quelle: ISPE Comissioning & Qualification Guide

  • Eine wesentlich stärkere Rolle als bisher wird der Qualitätssicherung zugesprochen. Sie sollte schon sehr früh in neue Projekte eingebunden werden, um zu verifizieren welche Qualifizierungsarbeiten notwendigen sind und wie diese innerhalb des „Commissioning" durchgeführt werden können. Dies erspart Doppelarbeiten und reduziert den Zeitaufwand.

Quellen: PDA Letter, April 2000
Pharmaceutical Engineering, May/June 2000
European Pharmaceutical Review, Vol 5 Issue 1, Spring 2000

 

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